Die geschichtliche Entwicklung des Aischgründer Spiegelkarpfens
Der Aischgründer Spiegelkarpfen war nicht von Anfang an in der Teichwirtschaft vorhanden. Ursprünglich war der Karpfen langgestreckt und völlig beschuppt. Aus dem Teichwirtschaftsbüchlein von Johann Ludwig Heger (1727) können wir entnehmen, dass der Spiegelkarpfen zunehmend Verbreitung fand. Auch auf einen höheren Rücken legte man damals bereits Wert.
Der Pfarrer A. J. Jäckel schreibt in seiner Schrift "Die Fische Bayerns" im Jahr 1864, dass in den vielen und großen Weihern der Gegend von Erlangen, Herzogenaurach, Höchstadt und Forchheim ausschließlich Spiegelkarpfen gebaut und auf ihre reine Zucht großer Fleiß verwendet wird.
Diese züchterischen Bestrebungen setzten sich fort und erlebten zu Beginn bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit. In ganz Europa entstanden eine Reihe verschiedener Karpfenrassen. Der Aischgründer Spiegelkarpfen ist wohl die bekannteste europäische Karpfenrasse und ist charakterisiert durch die besondere "Hochrückigkeit". Mit großem Einsatz und mit großer Akribie wurden in Bayern im 19. und zu Beginn des 20. Jh. verschiedene Lokalrassen (Schwarzenfelder, Dinkelsbühler, Aischgründer) gezüchtet. In einer regen Forschungstätigkeit wurden diese bezüglich Wachstum und anderen teichwirtschaftlich bedeutenden Kriterien verglichen. Im Aischgrund unterschied man je nach Fischzüchter verschiedene Stämme, wie Stangscher Stamm (Tanzenhaid), Klummscher Stamm (Laufer Mühle), Thomannscher Stamm (Poppenwind) etc. (HOFMANN, 1927).
