Teichgenossenschaft Aischgrund

Die geschichtliche Entwicklung der Karpfenteichwirtschaft

Ursprünge im Mittelalter

Die Anfänge lassen sich auf Kaiser Karl den Großen zurückführen. In der Schrift "Capitulare de villis", einer Wirtschaftsordnung, die um 795 erschien, heißt es:

Auf unseren Gütern (Königshöfe) soll jeder Amtmann die Fischteiche, soweit vorhanden, erhalten und wenn möglich erweitern; wo sie fehlen aber doch sein könnten, soll man sie neu anlegen.

Da der Aischgrund eine vergleichsweise niederschlagsarme Region ist, wurden schon bald Lösch-, Gänse- und Tränkweiher sowie Teiche als Wasserspeicher zum Antrieb von Mühlen gebaut. Angaben zwischen den Jahren 800 und 1350 fehlen jedoch.

Eng mit der Entwicklung der Teichwirtschaft war auch die Entwicklung des Bistums Bamberg verbunden. Dieses wurde 1007 von Kaiser Heinrich II gegründet. Aufzeichnungen über die Teichwirtschaft sind jedoch erst ab etwa 1350 vorhanden. Sehr früh erwähnt sind die Teiche in Saltendorf und Kieferndorf. Zwischen 1413 und 1422 wurden diese von Lampert, Abt des Klosters Michelberg, gebaut. Von da an gibt es verschiedene Quellen, die über den Teichbau, Teichbesitz und die Bewirtschaftung der Teiche Zeugnis geben. Eine wertvolle Quelle sind hierbei die sog. "Seemeisterrechnungen". Dies sind Aufzeichnungen der vom Bistum zur Bewirtschaftung der Teiche eigens angestellten Seemeister.

Blütezeit vom 14. bis zum 16. Jahrhundert

Vom 14. bis zum 16. Jh. kam es im Aischgrund wie auch in anderen Regionen Europas zu einer Blüte der Teichwirtschaft. Ein entscheidender Grund hierfür waren die hohen Fischpreise. Karpfen waren 6 mal so teuer wie Schweinefleisch und 7 mal so teuer wie Ochsenfleisch und 9 mal so teuer wie Schaffleisch. Den Teichwirten ging es daher damals richtig gut. Auch Johann Dubrav (1486-1553) betont die große Wirtschaftlichkeit der Karpfenteichwirtschaft:

Fischteiche sind das fruchtbarste und daher den größten Wert schaffende Gebiet der Landgüter.

Im Aischgrund gab es neben den Klöstern (z. B: Michelsberg, Schlüsselau, Stift St. Stephan in Höchstadt) und den Adelssitzen (Rittergut Neuhaus, Schlösser in Hemhofen, Birnbaum, Gottesgab, Pommersfelden, Reichmannsdorf, Weisendorf, Neuenbürg, Weingartsgreuth etc) auch bereits im Mittelalter die bäuerliche Kleinteichwirtschaft.

Die bäuerliche Kleinteichwirtschaft von damals hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Viele landwirtschaftliche Betriebe beschäftigen sich auch heute noch mit der Erzeugung von Karpfen. Dies ist sicherlich ein Grund dafür, dass der Karpfen in der Region nicht nur bei den Erzeugern, sondern auch in der gesamten Bevölkerung einen hohen Stellenwert einnimmt und allseits sehr geschätzt ist.

Teichgenossenschaft Aischgrund | Geschäftsführer Hans Greif | 09197 6259444 | Fax 09197 625492