Ökologische Funktion und Artenreichtum
Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten
Die zahlreichen Teichketten sorgen für eine großräumige Biotopvernetzung. Die Teiche wirken der zunehmenden Versiegelung entgegen, halten Wasser in der sehr niederschlagsarmen Gegend in der Landschaft zurück, tragen zur Grundwasserneubildung bei, verbessern das Kleinklima und mindern den Hochwasserabfluss.
Teiche sind die letzten Flachgewässer der Landschaft. Sie sind daher Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Im Aischgrund haben sich durch die jahrhundertealte Bewirtschaftung einige äußerst seltene Arten erhalten. Hierzu zählen beispielsweise der Wasserschlauch, die gemeine Moosjungfer und der Moorfrosch (siehe auch Bestimmungsübersicht des BN Bayern).
Auch Krebse finden sich mittlerweile (wieder) in den Teichen im Aischgrund. Noch vor 200 Jahren zählte der Fluß- oder Edelkrebs zu den häufigsten Bewohnern der Flüsse und Bäche. Die aus Nordamerika eingeschleppte Krebspest vernichtete gegen Ende des 19. Jahrhunderts jedoch beinahe die gesamte Population. In fränkischen Teichen und Flüssen versucht man nun diese kulinarische Köstlichkeit wieder anzusiedeln und vereinzelt werden während der "Krebssaison" von August bis September bereits wieder Edelkrebse in Gasthäusern im Aischgrund angeboten. Siehe auch www.edelkrebs.de
Naturschutzgebiete
Drei Naturschutzgebiete mit beinahe 200 ha Fläche sind heute ausgewiesen. Um diese teilweise einmaligen Vorkommen in jedem Fall nicht zu gefährden werden heute etwa 50 ha Teichfläche nicht mehr zum Zweck der Produktion von Fischen, sondern vom dortigen Landratsamt und dem Bund Naturschutz zum Zweck der Erhaltung dieser Arten bewirtschaftet. Daneben werden Teiche von Landwirten im Rahmen des Vertragsnaturschutzes und auch das Kulturlandschaftsprogramm bei geringerer Besatzdichte und verschiedenen vereinbarten Bewirtschaftungsauflagen bewirtschaftet. Neben den genannten äußerst seltenen Arten finden auch viele Vogelarten wie Storch, Schwarz- und Rotmilan, Reiher, Kormoran, Eisvogel, verschiedenen Enten (Schnatter- Kolben-, Reiher-, und Tafelenten), Zwerg- und Schwarzhalstaucher, Wasserrallen, Drossel- und Teichrohrsänger, Limikolen, und gelegentlich Fischadler ein attraktives Nahrungsangebot. In zoologischer Hinsicht hat der Aischgrund einen besonderen Stellenwert.
Heimat berühmter Forscher
Aber auch in der Vergangenheit kommt der Region für die Zoologie eine besondere Bedeutung zu. An erster Stelle ist hier Freiherr Ritter von Spix zu nennen. Johann Baptist Spix erblickte am 9. Februar 1781 - 1826 als Sohn des Baders und Bürgerrates als eines von 11 Kindern in Höchstadt an der Aisch das Licht der Welt. Schon bald wurde seine besondere Begabung erkannt. Vielleicht auch durch die besondere Artenvielfalt im Aischgrund erwecktes Interesse entwickelte er sich zu einem Zoologen ersten Ranges. Aus der Reihe jener Gelehrten und Reisenden, welche in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts große Teile des südamerikanischen Kontinents einer systematischen Durchforschung unterzogen, ist Johann Baptist Spix nicht wegzudenken. Die über dreijährigen Forschungsreisen der Wissenschaftler Spix und Martius Anfang des 19. Jahrhunderts gehören bis zum heutigen Tag zu den herausragenden Anstrengungen, das einmalige Biotop Brasilien in das Bewusstsein vieler Menschen zu bringen. Sie steht gleichwertig neben den Forschungsreisen Alexander von Humboldts. Die botanische Ausbeute betrug 6500 Pflanzenarten, die Zoologische 85 Arten von Säugetieren, 350 Vögel, 130 Amphibien, 116 Fische, 2700 Insekten, 80 Spinnen und ebenso viele Krustentiere. Von den lebend mitgenommenen Tieren kamen 57 Affen und Papageien gesund in München an, wo auch Spix und Martius am 10. September 1820 nach dreieinhalbjähriger Abwesenheit eintrafen 1811 erschien seine als ungemein geistvoll eingeschätzte Schrift über die Geschichte und Beurteilung aller Systeme der Zoologie seit Aristoteles. Eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen wurde erstmals nach Spix oder Martius benannt. Freiherr von Spix war Begründer der zoologischen Staatssammlung in München.
Schon im 19. Jh. wurde der Aischgrund durch den Pfarrer Andreas Johannes Jäckel ornithologisch berühmt. Er war der Autor der ersten Avifauna Bayerns. Jäckel hat 312 Vogelarten für Bayern nachgewiesen und anerkannt. Die Fischteiche des Aischgrunds heißen unter Kennern auch heute noch Jäckelweiher. An einem inzwischen modern verunzierten Gebäude nahe dem Wasserschloss Neuhaus vermeldet eine Steintafel:
Hier in dem früheren Pfarrhause wohnte der Pfarrer und berühmte Naturforscher JOHANNES JÄCKEL 1854 - 1860
Jäckels dortige Amtszeit dauerte aber vom Herbst 1853 bis zum Frühjahr 1861.

